Laufende Projekte

Wir verfolgen Forschungsprojekte und unterstützen den Transfer in die Praxis.

Wissenschaftliche Arbeiten bilden die Grundlage, um die Entwicklung von Pflegekindern und ihren Familien einzuschätzen. Dies ist Voraussetzung, um genügend geeignete Pflegeplätze zur Verfügung zu stellen, die dem individuellen Hilfebedarf der Kinder und Jugendlichen angepasst sind. Von den laufenden Untersuchungen versprechen wir uns wichtige fachliche Grundlagen. Erste Ergebnisse aus diesen Projekten sind bereits handlungsleitend geworden:

Aktuelles Forschungsprojekt der Pflegekinder-Aktion Schweiz

Elternschaft macht verwundbar - Pflegeelternschaft auch!

Dass und wie Kinder durch ihre Eltern leiden, ist bekannt und erforscht. Im Zusammenleben von Kindern und Eltern werden aber auch die Gefühle der Eltern verletzt. Das ist ein wenig thematisiertes, eher tabuisiertes Thema. Die Pflegekinder-Aktion Schweiz befragte daher Pflegemütter und Pflegeväter; diese haben ihre Erfahrungen während einem Jahr aufgeschrieben.

Auf der einen Seite wurde analysiert, welche Ursachen können dazu beitragen, dass man sich als Pflegemutter oder Pflegevater, Mutter oder Vater verletzt fühlt. Auf der anderen Seite wurde untersucht, in welchem Kontext solche Verletzungen stattfinden. Zudem wurde erfasst, welche Strategien die befragten Eltern haben, um mit möglichen Verletzungen umzugehen, und zu welchen Konsequenzen diese Strategien führen.

Wir gehen davon aus, dass das Thema hohe Praxisrelevanz hat und dass es Zeit geworden ist, den Blick einmal auf diese Seite der Medaille zu richten.

Die Forschungsfragen und erste Ergebnisse sind in Netz 1 2015 erschienen und können Sie hier herunterladen.

Bindungsentwicklung von Pflegekindern im Zusammenhang mit der Belastung und psychosozialen Unterstützung von Pflegeeltern

Forschungsprojekte der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik (UPK Basel) zur Traumatisierung, zum Bindungsverhalten und zur psychischen Befindlichkeit von Pflegekindern

Anfang 2010 lud die Pflegekinder-Aktion Schweiz Pflegeeltern ein, an einer Umfrage zur Bindungsentwicklung von Pflegekindern teilzunehmen. Diese sehr erfolgreiche Studie entstand aus der Kooperation zwischen der Kinder- und Jugendpsychiatrie Basel, der Pflegekinder-Aktion Schweiz und zahlreicher Pflegefamilien. Es konnten 394 Pflegekinder erfasst werden. Die Ergebnisse von 275 Pflegekindern im Alter zwischen 5 und 16 Jahren konnten vertiefter analysiert werden. Bindungsprobleme und internalsierendes Problemverhalten stehen im Zusammenhang mit der Zahl der Betreuungswechsel, welche die Kinder erlebten. Die grosse Anzahl von Kindern (69%), die mindestens ein tramatisches Erlebnis hatten, die grosse Traumabelastung von Pflegekindern und der Zusammenhang mit der Bindungsentwicklung und Psychopathologie zeigt, wie wichtig eine «traumasensible» Hilfeplanung ist. Ein Bericht zur Studie ist als PDF-Dokument erhältlich. PDF-Dokument herunterladen

Nun sollen mit einem zweiten Forschungsvorhaben vertiefter Erkenntnisse zur Bindungsentwicklung und Bindungsqualität der Pflegekinder erlangt werden. Deshalb suchen die Kinder- und Jugendpsychistraische Klinik Basel und die Pflegekinder-Aktion Schweiz wieder Pflegefamilien. Durch die Teilnahme an dieser Studie erhalten Pflegeeltern ausführliche Informationen zu ihrem Pflegekind. Ein Fragebogen und ein Geschichtenergänzungsverfahren für Kinder werden bei der Studie eingesetzt. Weil die Kinder persönlich befragt werden, erfordert die Teilnahme auch das Einverständnis der Sorgeberechtigten. Die Erhebung erfolgt zwischen November 2011 und Februar 2012 in Zürich oder Basel oder bei den Pflegefamilien zu Hause und dauert rund zwei Stunden. Pflegekinder von 4 bis 9 Jahren können mitmachen. Wenn Sie an der Studie intressiert sind, bitten wir Sie, sich bei Martin Schröder Martin.Schroeder@upkbs.ch oder Yvonne Gassmann yvonne.gassmann@pflegekinder.ch zu melden. Diese Personen geben Ihnen gerne weiter Auskunft.

Unterstützungspotenziale professionell begleiteter Pflegefamiliensettings im Lebenslauf von Pflegekindern

DORE-Forschungsprojekt mit der FHS, St. Gallen, Soziale Arbeit

Im Rahmen des DORE-Programm des Schweizer Nationalfonds SNF wird untersucht, welche Unterstützungspotenziale Pflegefamilien aufweisen, die professionell begleitet werden. Die Pflegekinder-Aktion Schweiz ist Praxispartner in diesem Projekt, das Annegret Wigger, Monika Götzö und Nikolina Stanic leiten. Es ist im November 2010 gestartet und dauert bis November 2013. In einem ersten Schritt wurden ehemalige Pflegekinder interviewt, die aus ganz unterschiedlichen Settings kommen. Die erste Forschungsfrage, die bearbeitetet wird, fragt nach wichtigen «Statuspassagen» aus der Perspektive der Pflegekinder. Dabei geht es um relevante biografische Wendepunkte und darum, welche Art von Unterstützung bei der Bewältigung der Anforderungen hilfreich war. Es hat sich gezeigt, dass der Umgang im sozialen Umfeld der Pflegekinder mit dem Staus «Pflegekind» eine wichtige Variable ist. Die zweite Forschungsfrage zielt auf die Unterstützung, die Pflegeeltern ihren Pflegekindern in Bezug auf zentrale Statuspassagen anbieten können und welche Unterstützung die Pflegeeltern aus dem professionellen Betreuungsnetz benötigen. Die dritte Forschungsperspektive erfasst die professionellen Begleiterinnen und Begleiter und ihre Einschätzungen bezüglich einer erfolgreichen Sozialisation der Pflegekinder.

 

Elternschaft macht verwundbar - Pflegeelternschaft auch!

Die Pflegekinder-Aktion Schweiz hat Pflegemütter und Pflegeväter, (Adoptiv- und andere) Eltern gebeten, ihre Erfahrungen aufzuschreiben. Eine erste einjährige Erhebungsphase ist abgeschlossen.

Erste Thesen stellt Dr. phil. Yvonne Gassmann, Leiterin dieses Forschungsprojektes, in der Fachzeitschrift Netz in der April-Nummer 2015 vor. Artikel hier herunterladen.

Dieses Forschungsprojekt ist bei der Universität Siegen angebunden.

Pflegekinder-Aktion Schweiz
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